Karlsruhe: Siedlung Dammerstock

Siedlung Dammerstock
Reihenhäuser, Dammerstock Siedlung Karlsruhe, 1929, Architekt: Franz Roeckle. Foto: Daniela Christmann

Reihenhäuser, Dammerstock Siedlung Karlsruhe, 1929, Architekt: Franz Roeckle. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Dammerstock

Siedlung Dammerstock

Siedlung Dammerstock

Siedlung Dammerstock

Siedlung Dammerstock

Siedlung Dammerstock

1928 – 1929

Architekten: Walter Gropius, Otto Haesler u. a.

Bussardweg 27-49, 26-52, Dammerstockstr. 13-17, 23, 2-58, Danziger Str. 1-3, 8-14, Falkenweg 37-67, 42-72, Nürnberger Str. 1, 3, 5, Sperberweg 29-45, 49, 4-18, Karlsruhe

Dammerstock

Die Wohnsiedlung Dammerstock liegt im Karlsruher Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock.

Die Siedlung wurde von Walter Gropius und Otto Haesler unter Mitwirkung weiterer Architekten geplant.

Sie gilt als eines der wesentlichen Beispiele der Architektur des Neuen Bauens in Deutschland.

Hintergrund

Aufgrund der fehlenden Bautätigkeit während der Zeit des Ersten Weltkriegs war die Wohnungsnot im Deutschen Reich in den folgenden zwanziger Jahren katastrophal.

Zwar wurde nach dem Ende der Inflation im Jahr 1924 und der Erholung der Wirtschaft wieder gebaut, jedoch blieben die Wohnungen für den unteren Mittelstand unerschwinglich.

Aus diesem Grund wurden in zahlreichen Städten wie Berlin, Frankfurt, Dessau, Breslau und Karlsruhe genossenschaftliche Bauvereine gegründet, die neue, bezahlbare Siedlungen errichteten.

Im Jahr 1928 schrieb die Stadt Karlsruhe einen Wettbewerb zur Bebauung des stadteigenen Dammerstockgeländes aus. Die Vorgabe lautete, dort bis Mitte des Jahres 1929 Klein- und Kleinstwohnungen für Familien aus mittleren und unteren Einkommensschichten zu errichten.

Wettbewerb

Zu dem Wettbewerb wurden acht auswärtige Architekten eingeladen, darunter Walter Gropius, Otto Haesler, Richard Döcker, Franz Roeckle, Max Schmechel und Wilhelm Riphahn mit Caspar Maria Grod.

Darüberhinaus beteiligten sich 43 Karlsruher Architekten.

Das Preisgericht war unter anderem mit Ernst May, Ludwig Mies van der Rohe und Otto Völckers prominent besetzt.

Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Walter Gropius, den zweiten Preis der Entwurf von Otto Haesler.

Gropius übernahm daraufhin die künstlerische Leitung und bestimmte in dieser Funktion die gestalterischen Richtlinien der Siedlung. Außerdem koordinierte er die Tätigkeiten der beteiligten Architekten.

Zeilenbauweise

Die wichtigste Planungsidee von Gropius war die Zeilenbauweise. Anstelle der herkömmlichen Blockrandbebauung wurden Gebäude in nord-süd-parallel gesetzten Reihen gebaut, deren Enden zur Mitte hin abwechselnd mit quergestellten Kopfbauten versehen sind.

Das Ziel war eine optimale Besonnung: Morgens sollte es Licht im Schlafzimmer und nachmittags in den Wohnräumen geben.

Es handelte sich um den ersten Siedlungsbau der Weimarer Republik, bei dem die Zeilenbauweise in der Ausschreibung ausdrücklich vorgeschrieben war.

Der erste Entwurf von Otto Haesler und Karl Völker wurde aufgrund der einseitigen Erschließung der Zeilen als zu kostenaufwendig abgelehnt.

Man entschied sich daraufhin bei dem von Gropius und Haesler überarbeiteten Lageplan für eine doppelseitige Erschließung.

Die Gebrauchswohnung

Im Oktober 1929 stellte die Stadt die Mustersiedlung mit der Ausstellung „Die Gebrauchswohnung“ der Öffentlichkeit vor.

Der Künstler und Grafiker Kurt Schwitters war für die Gestaltung aller Werbebroschüren und begleitenden Publikationen verantwortlich.

Aufgrund der Weltwirtschaftskrise konnten von den ursprünglich geplanten 750 Wohnungen der Siedlung jedoch nur 228 errichtet werden.

Erweiterung und Sanierung

Erst nach 1949 setzte die Stadt den Bau der Siedlung gemäß Gropius‘ ursprünglicher Planung fort.

Die inzwischen denkmalgerecht sanierte Siedlung ist bis heute vollständig bewohnt.

Im Jahr 1991 wurde sie als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingestuft.

In den Jahren zuvor wurden die Fassaden wärmegedämmt und die Originalfenster teilweise ausgetauscht.

Die Grundrisse blieben dabei weitgehend unverändert.

Mehrfamilienhaus, Dammerstock Siedlung Karlsruhe, 1929, Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus, Dammerstock Siedlung Karlsruhe, 1929, Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus. Siedlung Dammerstock, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus. Siedlung Dammerstock, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus. Siedlung Dammerstock, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus. Siedlung Dammerstock, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus,, Dammerstock Siedlung Karlsruhe, 1929, Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Mehrfamilienhaus,, Dammerstock Siedlung Karlsruhe, 1929, Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

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