Dessau: Arbeitsamt

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

1928 – 1929

Architekt: Walter Gropius

August-Bebel-Platz 16, Dessau-Roßlau

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung

Durch die Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte man die Notwendigkeit einer Vermittlung und Verwaltung von Arbeitslosen und Arbeitssuchenden. Aus dieser Überzeugung wurde 1927 die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gegründet.

Die Koppelung von Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, wie sie heute noch in Deutschland charakteristisch ist, kam erst mit dem Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (AVAVG) vom 16. Juli 1927 (RGBl. I S. 187) zustande, das auch die gesetzliche Grundlage für die Errichtung der Reichsanstalt darstellte. Frühere Versuche waren aus finanziellen Gründen gescheitert.

Die Reichsanstalt war die erste selbständige Behörde in Deutschland, der die öffentliche Arbeitsvermittlung und Berufsberatung oblag und die Träger der Arbeitslosenversicherung war. Sie gilt als Vorläufer der heutigen Bundesagentur für Arbeit.

Wettbewerb Arbeitsamt

Anfang 1928 erhielt Walter Gropius den Auftrag für den Neubau des Dessauer Arbeitsamts nach einem beschränkten Wettbewerb, in dem er sich gegen die Architekten Max Taut und Hugo Häring durchsetzen konnte.

Die Aufgabe lautete, „die Arbeitsvermittlung für eine große Anzahl Arbeitssuchender verschiedener Berufsgebiete mit einer möglichst geringen Anzahl von Beamten zu bewältigen” (Walter Gropius, Bauhausbauten Dessau, München 1930, S. 202).

Wie aus einer Tagebucheintragung Ise Gropius‘ hervorgeht, lieferte Gropius am 1. März 1927 seine Pläne für das Arbeitsamt ab (Ise Gropius, Tagebuch vom 1.3.1927, Bauhaus-Archiv Berlin).

Über die eingereichten Entwürfe entschied das Preisgericht am 2. April 1927 im Bibliothekszimmer des Dessauer Rathauses. Ise Gropius berichtet darüber: ‚häring scheidet aus und max taut und gr. haben die gleiche zahl punkte. also würde gr. den bau bekommen, wenn sich inzwischen nicht die ganzen verhältnisse dadurch verändert hätten, dass das reich die arbeitsnachweise übernimmt.‘

Das Gebäude wurde während der Wirtschaftskrise in Auftrag gegeben, um den großen Zustrom von Arbeitslosen mit einer kleinen Zahl von Angestellten bewältigen zu können. Nach einer Bauzeit von einem Jahr konnte es im Mai 1929 eröffnet werden.

Walter Gropius, Vorentwurfszeichnung des Arebitsamtes Dessau, Ansicht von Osten und Norden, 1927. Cambridge / Mass., Busch-Reisinger-Museum

Walter Gropius, Vorentwurfszeichnung des Arebitsamtes Dessau, Ansicht von Osten und Norden, 1927. Cambridge / Mass., Busch-Reisinger-Museum

Walter Gropius, Vorentwurfszeichnung des Arbeitsamtes Dessau, Ansicht von Nordosten, 1927, Carl Fieger (zugeschrieben), Fotografie der Zeichnung

Walter Gropius, Vorentwurfszeichnung des Arbeitsamtes Dessau, Ansicht von Nordosten, 1927, Carl Fieger (zugeschrieben), Fotografie der Zeichnung

Walter Gropius, Arbeitsamt Dessau, Nordansicht, 1929

Walter Gropius, Arbeitsamt Dessau, Nordansicht, 1929

Gropius‘ Arbeitsamt

Gropius‘ Arbeitsamt zeichnet sich durch die Bestrebung nach Rationalisierung aus, wie sie zu jener Zeit auch in der Wirtschaft umgesetzt wurde.

Er plante zwei nach ihrer Funktion unterschiedene Gebäudeteile: einen linearen Bau für die Verwaltung und einen halbkreisförmigen für den Publikumsverkehr.

Vor dem zweigeschossigen Verwaltungsbau liegt der eingeschossige Bau für den Publikumsverkehr. Letzterer hat einen Grundriss, der die Schaffung großer Warteräume ermöglicht. Mit einer herkömmlichen zellenartigen Bürostruktur hätte man das hohe Aufkommen nicht bewältigen können.

An den halbrunden Flachbau ist ein für das Publikum unzugänglicher Verwaltungsbau angegliedert. Durch eine Vertiefung vor dem Gebäude wird auch das Untergeschoss belichtet.

Der halbrunde Bau, der in Eisenskelettkonstruktion ausgeführt wurde und dessen konzentrische Innenwände mit weiß glasierten Ziegeln verkleidet sind, ist mit einer durchgehenden Glasdecke versehen.

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Arbeitsamt Dessau, 1928-1929. Architekt: Walter Gropius. Foto: Daniela Christmann

Walter Gropius, Arbeitsamt Dessau, Lageplan, 1927

Walter Gropius, Arbeitsamt Dessau, Lageplan, 1927

Grundriss

Um den Ansturm der Arbeitsuchenden zu kanalisieren, waren an der Außenmauer des freistehenden Gebäudes zahlreiche Türen angebracht, die die Menschen in Richtung Schalter lenkten. Es gab sechs Eingänge, die nach Geschlecht und Beruf getrennt waren und zu dahinterliegenden, ähnlich organisierten Bereichen führten.

Die Warteräume für die verschiedenen Berufsgruppen waren segmentförmig an der Peripherie des Gebäudes angeordnet, die Einzelberatungsräume befanden sich im Inneren.

„die halbkreisform hatte zur folge, daß die belichtung der im innern liegenden räume mit hilfe konzentrisch angeordneter shedringe gelöst wurde, erklärte Gropius und beschrieb den Architekten als einen „zusammenfassenden organisator“, der „alle wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und gestalterischen probleme des bauens zu sammeln und in gemeinschaftsarbeit mit zahlreichen spezialisten und arbeitern planvoll zu einem einheitlichen werk zu verschmelzen hat“ (Walter Gropius, Bauhausbauten Dessau, München 1930, S. 202, 216)

Da im Dessauer Arbeitsnachweis das System der Einzelberatung bevorzugt wurde, bestand Gropius‘ Hauptaufgabe darin, die einzelnen, nach Berufen getrennten Räume der Arbeitsvermittlung, der Arbeitslosenversicherung und der Berufsberatung so anzuordnen, dass sie den Arbeitsabläufen am besten gerecht wurden. Zu diesem Zweck wählte er eine halbrunde Grundfläche, die er in sechs ringförmige Abschnitte unterteilte.

Walter Gropius, Arbeitsamt Dessau, Grundriss, 1927

Walter Gropius, Arbeitsamt Dessau, Grundriss, 1927

Ringe

Von außen führten fünf Eingänge in die nach Berufen getrennten Warteräume des ersten Rings. Die Räume des zweiten Rings waren für die Arbeitgeber vorgesehen. Im dritten Ring lagen die Räume der Arbeitsvermittler.

War eine Vermittlung erfolgreich, so konnte man das Amt über einen breiten Gang, den vierten Ring, verlassen. War dies nicht möglich, so wartete man im Gang erneut auf das Lichtzeichen, das zum Betreten der gegenüberliegenden Annahmestelle für die Arbeitslosenversicherung, dem fünften Ring, aufforderte.

Auf die Annahmestelle folgte der sechste Ring, ein platzartig erweiterter Gang. Im Zentrum des Ringbaus befand sich die Kasse der Arbeitslosenunterstützung. Von dort aus gelangte man entweder zu den beiden Ausgängen oder in die Räume der nach Geschlechtern getrennten Jugendarbeitsvermittlung, die mit der Berufsberatung verbunden war.

Gropius‘ Disposition des Grundrisses ist von beispielloser Konsequenz. Sie erfüllte alle Ansprüche eines reibungslosen Arbeitsablaufs.

Die zentrale Anordnung der Kasse hob die soziale Absicherung des Arbeitssuchenden durch die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung deutlich hervor. Damit verkörpert das Dessauer Arbeitsamt die gesetzliche Neuheit des AVAVG, die Zentralisierung von Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in der vom Staat getragenen Reichsanstalt.

Soweit ersichtlich, gibt es in der Weimarer Republik kein weiteres Bauwerk, das diesen bedeutenden Gesetzgebungsakt nachhaltiger repräsentiert als das Arbeitsamt in Dessau.

'Ein Tag im neuen Arbeitsamt am Askanischen Platz', Artikel im 'Anhalter Anzeiger', Nr. 145

‚Ein Tag im neuen Arbeitsamt am Askanischen Platz‘, Artikel im ‚Anhalter Anzeiger‘, Nr. 145

Innenräume

Obwohl der Rundbau an seiner Fassade fensterlos war, überraschte er im Inneren mit großer Helligkeit, die durch die Sheddach-Konstruktion von oben in den Bau strömte. Die oberen Teile der Innenwände sind aus Glas, sodass das Licht quer durch das Gebäude fluten kann.

In den öffentlichen Bereichen des Rundbaus wurden die Wände mit weiß glasierten Verblendern verkleidet, in den Beratungsräumen hingegen verputzt.

Der Pfeiler gegenüber der Kasse war mit Metallblech verkleidet. Erwähnenswert sind außerdem die matt vernickelten Türstangen am Eingang und die von Gropius und Meyer entworfenen Türdrücker, die von der Firma S. A. Loevy aus Berlin geliefert wurden.

Ab einer Höhe von 2,50 m wurden sämtliche Wände des Rundbaus mit bis zur Decke reichenden Spiegelglasscheiben geschlossen. Um die im Rundbau liegenden Räume mit ausreichend Tageslicht zu versorgen, wurde eine von Stahlstützen getragene Sheddachkonstruktion gewählt.

Die der südlichen Himmelsrichtung abgewandten Glasflächen der Sheddächer sorgten für eine weitgehend gleichmäßige Beleuchtung und begünstigten das Raumklima.

Arbeitsamt Dessau, Ansicht des mittleren Flurs, 1929

Arbeitsamt Dessau, Ansicht des mittleren Flurs, 1929

Sheds

Für die Sheds wurde wahrscheinlich Glas mit gitterartigen Drahteinlagen verwendet. Dieses Material, das erstmals 1891 auf dem Markt angeboten wurde, besaß eine hohe Bruchsicherheit und Wetterbeständigkeit. Unter den Sheddächern befand sich eine von Stahlrippen getragene Glasdecke.

Allgemein bei der Anlage von Innenräumen eingesetzt, gelangte auch im Ringbau des Dresdner Arbeitsamtes eine Glasdecke zur Ausführung. Für die Glasdecke des Arbeitsamtes in Dessau wurde geripptes Prismenglas verwendet. Aufgrund seiner Oberflächenstruktur lenkte es die einfallenden Lichtstrahlen so, dass in sämtlichen Raumzonen ausgeglichene Lichtstärken herrschten. Zusätzlich wurden die Lichtverhältnisse im Zentrum des Rundbaus durch das Einsetzen von Glasbausteinen optimiert.

Das durch die unterschiedlichen Glassorten hervorgerufene weiche Licht prägte den Gesamteindruck der Innenräume maßgeblich und entsprach damit dem zeittypischen Ideal lichterfüllter Räume.

Bauhaus-Werkstätten

Zusätzliche Beleuchtungskörper wurden von Marianne Brandt am Bauhaus entworfen. Die Möblierung und die farbige Gestaltung der Räume erfolgten durch die Bauhaus-Werkstätten unter der Leitung von Hannes Meyer, den Gropius 1928 als seinen Nachfolger empfohlen hatte.

Als neuer Bauhaus-Direktor forderte Meyer, Bauen müsse „zu einer kollektiven Angelegenheit” (Hannes Meyer, „Bauen”, in: Bauhaus, Heft 2, 1928, S. 12–13) werden.

Die gefliesten Wände und die Fußböden aus Terrazzo sind erhalten. Auf diese Weise wollte man eine leicht zu säubernde Oberfläche schaffen, wenn Arbeiter in ihrer Kluft zur Beratung kamen. Nur die Räume der Mitarbeiter wurden verputzt.

Belüftung und Heizung

Die Belüftung der Räume wurde durch ein mechanisches System mit Klappen in der Lichtdecke und in den Sheds gewährleistet. Die Warmluft wurde über eine kohlebetriebene Heizanlage erzeugt.

In allen radialen Achsen wurden Röhren im Keller oder im Erdreich verbaut. Durch diese konnte man frische, angewärmte Luft in die hohlen Stützen pressen und sie über das Klappensystem wieder entfernen.

Die Belüftung der Räume wurde jeweils durch eine Klappe sichergestellt, die über ein mechanisches System die Verbindung zur Dachebene herstellte. In allen radialen Achsen wurden Röhren im Keller oder im Erdreich verbaut, durch die frische, angewärmte Luft in die hohlen Stützen gepresst und über das Klappensystem wieder entfernt werden konnte.

Elektrische Installationen

Neben den Türen der Beratungszimmer befanden sich in die Wand eingelassene, elektrisch installierte Lichtzeichen. Je nach Bedarf erschien auf einem kleinen Schild aus weißem Opalglas der Schriftzug „Bitte warten!” oder „Bitte eintreten!”.

Möblierung

Gropius, der das Bauhaus am 1. April 1928 verlassen hatte, vermerkte selbst, dass die Möbel des Arbeitsamtes aus der Tischlereiwerkstatt und die Beleuchtungskörper aus der Metallwerkstatt des Bauhauses stammten, während die farbige Gestaltung Aufgabe der Wandmalereiwerkstatt war.

Den Tisch im Sitzungssaal entwarf Wera Meyer-Waldeck. Im Zimmer des Vorsitzenden stand der 1928 von Gustav Hassenpflug entwickelte runde Klapptisch. Der vielerorts im Arbeitsamt verwendete Rückenlehnstuhl mit runder Sitzfläche, der Armlehnstuhl im Zimmer des Vorsitzenden sowie der sogenannte Normtisch TI 207 in der Berufsberatung für Männer sind charakteristisch für die Tischlerei des Bauhauses zwischen 1928 und 1929. Sie entstanden unter der künstlerischen Leitung von Josef Albers.

Gleich nach der Eröffnung des Arbeitsamtes gab es Unmut seitens der Mitarbeiter wegen der fehlenden Fenster. Mit verschiedenen Farbanstrichen jedes Mitarbeiterraums versuchte man, die Beschwerden zu mildern.

Gustav Hassenpflug, Klapptisch, 1928

Gustav Hassenpflug, Klapptisch, 1928

Beleuchtung

In den Warteräumen befanden sich Kandem-Deckenleuchten, in den Vermittlungs- und Aufnahmeräumen hingegen Deckenleuchten mit Aluminiumschirm.

In den Gängen waren Pendelleuchten mit zweizoniger Glaskugel in zwei verschiedenen Ausführungen angebracht. Für den Langbau lassen sich verschiedene Typen zylinderförmiger Deckenleuchten nachweisen. Alle genannten Beleuchtungskörper wurden von Marianne Brandt, der stellvertretenden Leiterin der Metallwerkstatt, entwickelt.

Im Direktorzimmer des Hochbaus ist außerdem die gestalterisch bedeutende Kandem-Doppelzylinderleuchte nachweisbar, die Marianne Brandt gemeinsam mit Helmut Schulze entworfen hat.

Darüber hinaus fand die von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker entworfene Tischlampe in den Räumen der Berufsberatung und im Direktorzimmer Verwendung. Die Büros im Langbau waren mit Kandem-Schreibtischleuchten von Marianne Brandt und Hin Bredendieck ausgestattet.

Marianne Brandt, Helmut Schultze, Kandem-Doppelzylinderleuchte, 1928

Marianne Brandt, Helmut Schultze, Kandem-Doppelzylinderleuchte, 1928

Konstruktion

Das Arbeitsamt wurde als Stahlskelettbau mit Ziegelmauerwerk über einem Betonfundament errichtet. Während die kolorierten Vorentwurfszeichnungen verputzte Mauerflächen zeigen, weisen die Aufwände des ausgeführten Baus gelben Backstein auf. Für Gropius war dieser zu diesem Zeitpunkt eher ungewöhnlich, im Gegensatz zu Max Taut und Hugo Häring.

Möglicherweise hatte einer der beiden Architekten ursprünglich eine Backsteinverkleidung vorgesehen, die Gropius später in seinen Entwurf übernahm.

Zuletzt hatte Gropius bei den Erweiterungsbauten für das Fagus-Werk von 1919 bis 1925 gelben Backstein verwendet.

Max Taut nahm 1927 gleichzeitig an einem Wettbewerb für einen Schulkomplex in Berlin-Lichtenberg teil und erhielt den ersten Preis. Der Bau wurde, wie das Dessauer Arbeitsamt, in gelbem Backstein ausgeführt.

Die Konstruktion des Gebäudes besteht aus einem Stahlgerüst mit Mauerwerk aus gelbem Greppiner Klinker, die Innenräume mit ihren Einrichtungen wurden von den Bauhauswerkstätten ausgeführt.

An der Ausführung des Arbeitsamtes waren aus dem Bauatelier Gropius Otto Meyer-Ottens als Atelierleiter, Max Krajewski und Richard Paulick als Bauleiter sowie Carl Fieger, Johan Niegeman, Stefan Seböck, Bernhard Sturtzkopf und Franz Throll beteiligt (Kontenbuch des Bauateliers Gropius, Bauhaus-Archiv Berlin).

Sanierung

Bei sich ändernden Anforderungen gingen die ursprünglichen Raumgliederungen durch Umbauten verloren. Im Jahr 1936 wurden weitere Fenster eingesetzt.

Der Gebäudekomplex war aufgrund seiner Form in den damaligen dreieckigen Askanischen Platz eingebunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz umgestaltet, sodass die ursprüngliche Einbindung nicht mehr nachvollziehbar ist.

Das Bauwerk wurde 2002/2003 restauriert und war zwischenzeitlich Sitz des Amts für Ordnung und Verkehr der Stadt Dessau.

Die gebogenen Stahlträger hinter der Fassade des Arbeitsamtes stammten aus der Waggonfabrik in Dessau.

Vor der Sanierung zogen sich feine Haarrisse durch die Fassade des Arbeitsamtes, hinter denen diese Stahlprofile verliefen.

Bei der Sanierung wurden die Schadstellen so weit wie dringend nötig geöffnet, die verrosteten Stellen im Duplex-Verfahren gestrichen und anschließend mit gelben Ziegeln geschlossen.

Gropius entschied sich beim Bau für eine Einfachverglasung sowie für Sheds aus einfachem Drahtglas auf dem Rundbau.

Im Zuge der Sanierung wurde die horizontale Glasdecke in eine Isolierebene umgewandelt. Das zu ersetzende Riffelglas wurde durch eine Scheibe aus Sicherheitsglas ergänzt, wodurch die heutige Vorschrift nach einer sicheren Überkopfverglasung erfüllt werden konnte.

Die originalen Sheds wurden erhalten, sodass das prismatische Luxfer-Riffelglas auch heute noch eine gleichmäßige Lichtstreuung gewährleistet.

Fazit

Unter rein formalen Gesichtspunkten ist der Baukörper des Arbeitsamtes mit dem ebenfalls um die Jahreswende 1926/27 von Erich Mendelsohn geplanten Kino am Kurfürstendamm/Ecke Cicerostraße in Berlin vergleichbar. Das Kino weist an der Hauptfassade einen halbzylindrischen Baukörper auf.

Zu nennen ist auch Bruno Tauts privates Wohnhaus in Dahlewitz aus dem Jahr 1926, das sich aus einem Segment eines Viertelkreises und einem im Wesentlichen längsrechteckigen Anbau zusammensetzt.

 

 

 

 

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