Dessau: 100 Jahre Bauhaus

100 Jahre Bauhaus Dessau. Foto: Daniela Christmann
In Kooperation mit dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau

Im Jahr 1926 zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau, einer aufstrebenden Industriestadt, die von Innovation und unternehmerischem Pioniergeist geprägt war. Dort erlebte die Hochschule für Gestaltung ihre erfolgreichste und produktivste Zeit.

Jubiläumsausstellungen

Unter dem Motto ‚An die Substanz‘ feiert die Stiftung Bauhaus Dessau aktuell das 100-jährige Bestehen des Bauhauses in Dessau.

Im Fokus stehen die Materialien der Moderne und der Gegenwart.

Die dreiteilige Ausstellung ‚Glas I Beton I Metall‘ beschäftigt sich mit den Materialien des Bauhaus-Gebäudes.

Die Ausstellung ‚Soda I Linsen I Fluff‘ im Bauhaus Museum Dessau der Künstlerin Antje Schiffers und ihres Partners Thomas Sprenger dreht sich um die Herkunft, Geschichte und Produktion von Baustoffen und Bauweisen.

Die Ausstellung ‚Algen I Schutt I CO2‘ im ehemaligen Kaufhaus Zeeck thematisiert die soziale und ökologische Verantwortung und rückt neue Materialien in den Mittelpunkt.

Das komplette Jubiläumsprogramm mit weiteren Ausstellungen, Filmreihen, Freiluftpräsentationen und Veranstaltungen ist auf der Website der Stiftung zu finden.

Ausstellung „Glas I Beton I Metall”

Bauhausgebäude Dessau, Gropiusallee 38, vom 28. März 2026 bis zum 10. Januar 2027

Das Bauhausgebäude in Dessau ist ein Musterhaus für die Materialinnovationen der 1920er Jahre. Moderne, Fortschritt und Gropius‘ Credo ‚Kunst und Technik – eine neue Einheit‘ sind im gesamten Gebäude sichtbar.

Neben Glas bezeichnete Walter Gropius Beton und Eisen als die neuen industriellen Baustoffe, die die ursprünglichen Naturbaustoffe langfristig ersetzen würden (Walter Gropius, Bauhausbauten Dessau, 1930).

Glas stand für Leichtigkeit, Transparenz und räumliche Durchdringung, aber auch für Sauberkeit und Hygiene. Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Verwendung von Glas für Laborgeräte und Gefäße für den Haushalt wie dem Sintrax-Kaffeekocher und dem Durax-Kochgeschirr.

Die ursprünglichen Panoramascheiben im Vestibül des Bauhausgebäudes bestanden aus hochwertigem Kristallspiegelglas, das gewalzt, geschliffen und poliert wurde. Mit einer Größe von 3,20 Meter mal 4,15 Meter wurden die Grenzen des Produzier- und Transportierbaren ausgereizt.

Ausstellung 'Glas' im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Glas‘ im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung 'Glas' im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Glas‘ im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Beton setzt sich aus Zement, Kies, Sand und Wasser zusammen und ergibt in Verbindung mit einem Stahlgeflecht den Verbundwerkstoff Stahlbeton. Am Beispiel des Bauhausgebäudes werden in der Ausstellung der Herstellungsprozess, die Arbeitsschritte und die Logistik einer Baustelle der 1920er Jahre erläutert.

Es wurde mit vorgefertigten Großbausteinen aus Schlacke und Beton experimentiert. Ein solcher Stein ersetzte zwölf Ziegel, wodurch sich der Mauervorgang beschleunigte und günstiger wurde.

Ausstellung 'Beton' im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Beton‘ im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung 'Beton' im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Beton‘ im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Metall war das Material der Wahl für Industrieprodukte, Leuchten und Möbel, die gemeinsam mit der Architektur des Bauhauses entworfen wurden.

Im Bauhausgebäude hängen Heizkörper aus leichtem Stahlblech des Dessauer Unternehmens Junkers & Co. wie Gemälde an der Wand. In der Ausstellung werden neben den ikonischen Arbeiten von Marianne Brandt oder Marcel Breuer auch weniger bekannte Werke von Hin Bredendieck oder Max Krajewski gezeigt.

Ausstellung 'Metall' im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Metall‘ im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung 'Metall' im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Metall‘ im Bauhausgebäude Dessau. Foto: Daniela Christmann

Anhand von historischen Fotografien, Werkzeugen, Dokumenten und Gerätschaften zeigt die dreiteilige Ausstellung die Materialien, mit denen am Bauhaus gearbeitet wurde und mit denen sich die Werkstattarbeit der Schule gestalterisch auseinandersetzte.

Ausstellung ‚Soda I Linsen I Fluff‘

Bauhaus Museum Dessau, Mies-van-der-Rohe-Platz 1, 13. Februar bis 12. Juli 2026

Auf Einladung der Stiftung Bauhaus begaben sich die Künstlerin Antje Schiffers und ihr Partner Thomas Sprenger auf Spurensuche, um der Herkunft und Produktion von Bau-Materialien nachzuspüren.

Sie traten mit Produzenten, Geologen und Industriemuseen in Kontakt und machten sich auf die Suche nach dem, was war und was an seine Stelle getreten ist. Auf Reisen durch Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie nach Anatolien und Kuba besuchten sie Zementanlagen, Flachglasproduktionen, Tagebaue und Ziegeleien.

Malerei und Zeichnung wurden als Werkzeuge eingesetzt, um mit den Produzenten ins Gespräch zu kommen. Großformatige Wandbilder des Zementwerks Karsdorf und der Sand- und halten erlebte Landschaften in Umrissen fest und gliedern den Ausstellungsraum. Objekte wie Kantinentische vom Zementwerk Karsdorf oder Trocknungsregale aus der ehemaligen Ziegelei Westeregeln dienen als Träger für Exponate und Texte.

Ausstellung 'Soda I Linsen I Fluff' im Bauhaus Museum Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Soda I Linsen I Fluff‘ im Bauhaus Museum Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung 'Soda I Linsen I Fluff' im Bauhaus Museum Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Soda I Linsen I Fluff‘ im Bauhaus Museum Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Algen I Schutt I CO2‘

Ehemaliges Kaufhaus Zeeck, Kavalierstraße 72, vom 28. März bis 27. September 2026

Jahrzehntelang prägte die blaue Lamellenfassade mit dem Schriftzug ‚Magnet‘ des ehemaligen Kaufhauses das Stadtbild der Dessauer Innenstadt.

Seit der Wende stand das Gebäude größtenteils leer, nun wird es behutsam wiederbelebt. Dabei dienen die bauzeitlichen Schichten als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit dem Erbe der Moderne und dessen Auswirkungen auf die Gegenwart.

In einer der Etagen zeigt die Stiftung Bauhaus Dessau die Ausstellung ‚Algen I Schutt I CO2‘, die die Verantwortung gegenüber der Umwelt reflektiert und die Frage aufwirft, welchen Beitrag Gestaltung und Material zur Bewerkstelligung gesellschaftlicher Veränderungen leisten können.

Die Ausstellung ist gleichzeitig als Schau- und Nutzraum konzipiert und zeigt aktuelle Entwicklungen im Materialsektor, die im Gebäude beispielhaft umgesetzt sind.

Die Transformation des Kaufhauses unter den Gesichtspunkten Ressourcenschonung und Klimaneutralität wird dadurch Teil der Ausstellung. So wird die ehemalige Alufassade zum Ausstellungsdisplay und der ursprüngliche PVC-Bodenbelag wird sorgfältig ausgebessert statt ersetzt.

Ausstellung 'Algen I Schutt I CO2' im ehemaligen Kaufhaus Zeeck Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Algen I Schutt I CO2‘ im ehemaligen Kaufhaus Zeeck Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung 'Algen I Schutt I CO2' im ehemaligen Kaufhaus Zeeck Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Algen I Schutt I CO2‘ im ehemaligen Kaufhaus Zeeck Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung 'Algen I Schutt I CO2' im ehemaligen Kaufhaus Zeeck Dessau. Foto: Daniela Christmann

Ausstellung ‚Algen I Schutt I CO2‘ im ehemaligen Kaufhaus Zeeck Dessau. Foto: Daniela Christmann

Freitagsgruppe

Ehemaliges Kaufhaus Zeeck, Kavalierstraße 72, April bis September 2026 (genaue Termine auf der Website der Stiftung Bauhaus Dessau)

In der achtteiligen Veranstaltungsreihe ‚Freitagsgruppe‘ werden Fragen zu Gestaltungsmöglichkeiten und Herausforderungen des sozio-ökologischen Wandels im globalen Zusammenhang betrachtet und diskutiert.

Der Name der Reihe geht auf die Freitagsgruppe zurück, die der Architekt Ludwig Hilberseimer bis 1937 in seinem Berliner Büro veranstaltete.

Freitagsgruppe im Kaufhaus Zeeck, Dessau. Foto: Daniela Christmann

Freitagsgruppe im Kaufhaus Zeeck, Dessau. Foto: Daniela Christmann

Bauhausbauten

Neben Ausstellungen und Veranstaltungen werden regelmäßige Führungen durch die Bauhausbauten angeboten.

Das Bauhausgebäude, die Meisterhäuser, das Kornhaus, das historische Arbeitsamt, die Siedlung Dessau Törten mit Haus Anton, das Stahlhaus, die Junkers-Lamellenhalle, das Konsumgebäude, die Laubenganghäuser und das Haus Fieger zählen zu den herausragenden Ikonen der Moderne.

 

 

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