1905
Architekt: August Zeh
Schwanthalerstraße 79, München
Das Miethaus in der Ludwigsvorstadt in München mit reich dekorierter, farbiger Putzfassade, geschwungenen Balkongittern und Schweifgiebel in Jugendstilformen wurde 1905 nach Plänen von August Zeh errichtet.
August Zeh
Der 1874 in Bamberg geborene und 1929 in Solln verstorbene Architekt August Zeh war der Sohn des Bauunternehmers Carl Zeh.
Bevor er im Jahr 1894 nach München zog, arbeitete er in Bamberg als Mitarbeiter des Stadtbaurats Hans Erlwein und war am Entwurf eines Krankenhauspavillons sowie der Prinzregent-Luitpold-Schule beteiligt.
In München errichtete er in Zusammenarbeit mit seinem Vater mehrere Wohnhäuser und Villen, unter anderem in der Lindwurmstraße, am Bavariaring und in der Richard-Wagner-Straße.
Künstlervereinigung Sema
August Zeh war Gründungsmitglied der Sema, einer Vereinigung von Kunstschaffenden mit Sitz in München.
Die Gruppe aus Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Architekten hatte sich zwischen 1911 und 1913 um den Maler Paul Klee zusammengefunden.
Zu den Gründungsmitglieder zählten unter anderem Alfred Kubin, Max Oppenheimer, René Prévot und Edwin Scharff.
Die nach dem griechischen Wort ‚Sema‘ (das Zeichen) benannte Künstlervereinigung bestand bis 1913.
1912 erschien im Delphin-Verlag die Sema-Mappe, die fünfzehn Lithographien beinhaltete, darunter ‚Die Flusslandschaft‘ von Paul Klee, ‚Der Flüchtling‘ von Alfred Kubin und ‚Akt‘ von Egon Schiele.
Wohnhaus Schwanthalerstraße
Im Jahr 1905 beauftragte der Münchner Apotheker Andreas Krammer den Architekten August Zeh, ein bereits bestehendes Haus in der Schwanthalerstraße 79 umzubauen und aufzustocken.
Die Putzfassade des Hauses ist reich mit verschiedenen Reliefs und Ornamenten geschmückt.
Im oberen Bereich finden sich in strenger geometrischer Anordnung Bordüren und Schmuckfelder, dazu Sinnsprüche sowie Reliefs mit Szenen aus Märchen und Sagen.
Unterhalb des Balkons sind Reliefs mit der Darstellung eines aufbäumenden Pferdes und eines Stiers zu sehen.
Die gutbürgerlichen Mietwohnungen, die sich jeweils über ein ganzes Stockwerk erstreckten, verfügten bereits 1905 über eigene Badezimmer.
Heute befinden sich in dem denkmalgeschützten Gebäude Wohnungen, Büros und Läden.




