
Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann
1927 – 1928
Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur
Katharinenstraße 14, Friedrichshafen
Die katholische Pfarrkirche St. Petrus Canisius wurde von 1927 bis 1928 nach Plänen der Architekten Hugo Schlösser und Wilhelm Friedrich Laur im Stil der Neuen Sachlichkeit mit expressiven Details errichtet.
Friedrichshafen
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Friedrichshafen zu einer bedeutenden Industriestadt.
1908 siedelte sich das Zeppelinwerk hier an, es folgten die Maybach-Motorenwerke im Jahr 1912, das Dornier-Werk 1914 und schließlich die Zahnradfabrik 1915.
Aufgrund des damit verbundenen Bevölkerungszuwachses erwies sich der Bau einer zweiten katholischen Kirche in Friedrichshafen als unumgänglich.
Erste Pläne wurden durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zunichte gemacht.
1926 erwarb die Kirchengemeinde das Grundstück zum Bau einer neuen Kirche.
Am 9. Oktober 1927 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche, mit deren Planung die Architekten Hugo Schlösser und Wilhelm Friedrich Laur beauftragt worden waren.
Am 25. November 1928 wurde die Kirche geweiht.
Bauwerk
Die dreischiffige Basilika verfügt über ein 58 Meter langes Hauptschiff und einen 46 Meter hohen Turm. An der Westseite befinden sich Anbauten in kubischen Formen.
Der quadratische Turm ist geprägt durch hohe, schlanke Schallöffnungen und ein sechs Meter hohes, vergoldetes Kreuz.
Sowohl der Turm als auch die Kirchenfassade sind komplett mit Klinkern verkleidet.
Der Westbau ist durch eine dreibogige Mittelarkade aus Muschelkalk gegliedert.
Darüber erhebt sich die monumentale Kreuzigungsgruppe des Bildhauers Karl Rieber aus dem Jahr 1928.
Unter den Arkaden befinden sich drei Eingänge zur Kirche. Über dem mittleren Eingang ist ein Relief des Hl. Petrus Canisius zu sehen, das ebenfalls von Karl Rieber stammt.
Innenraum
Das Mittelschiff ist im Inneren von zehn Eisenbetonträgern überspannt und läuft in einem über fünfzehn Meter hohen Spitztonnengewölbe aus.
Die beiden Seitenschiffe sind flach gedeckt.
Der Innenraum wird durch schmale und hohe Oberlichter beleuchtet.
Im Osten schließt die Kirche mit einem zweifach gestuften, elf Meter tieferen rechteckigen Chor ab, in dem sich die 1970 von Toni Schneider-Manzell geschaffene Bronzeplastik „Consummatum est” befindet.
Seitlich wird das Mittelschiff jeweils von sieben Arkaden begrenzt, die in Spitzbogenform fast bis zu den Oberlichtern reichen.
Unter der Orgel befinden sich drei weitere spitzbogige Arkaden.
Farbgestaltung
August Blepp entwarf die farbliche Gestaltung des Innenraums, die ganz wesentlich zu seiner Wirkung beiträgt.
In den Seitenschiffen findet sich ein tiefes Blau, das in den Arkaden durch Erdtöne in eine lichter, gelb-golden gestaltete Halle übergeht.
Gegenüber der Kanzel befindet sich eine Christusfigur aus Stein von Tony Schneider-Manzell aus dem Jahr 1930.
Sanierung
Die Kirche wurde 1944 beschädigt, brannte jedoch nicht aus. Von 1965 bis 1968 erfolgte unter der Leitung des Architekten Wilfried Beck-Erlang eine umfassende Sanierung.
Dabei wurde die ehemals bemalte Holzdecke erneuert und Fenster des Künstlers Lothar Quinte eingesetzt.
Diese im Jahr 1968 entstandenen Betonglasfenster greifen mit ihrer feinen Gliederung das Klinkermauerwerk auf und fügen sich harmonisch in das Bild der Kirche ein.

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann

Sankt Petrus Canisius, 1927-1928. Architekten: Hugo Schlösser, Wilhelm Friedrich Laur. Foto: Daniela Christmann


