1904 – 1911
Architekt: Henry van de Velde
Geschwister-Scholl-Platz 8, Weimar
Großherzoglich-Sächsische Kunstschule
Die ehemalige Großherzoglich-Sächsische Kunstschule wurde von 1904 bis 1911 nach Plänen Henry van de Veldes in zwei Bauphasen errichtet.
An dieser Stelle stand ursprünglich ein Fachwerkbau, in dem sich die Räume der Kunstschule befanden und der allgemein als Kunstscheune bekannt war.
Dieser wurde 1904 zunächst im Osten mit einem Anbau ergänzt.
Von 1905 bis 1906 entstand gegenüber der Kunstschule ein Neubau für die von van de Velde geleitete Großherzoglich-Sächsische Kunstgewerbeschule.
Erst 1911 wurde ein weiterer Ausbau der Kunstschule genehmigt.
Anstelle des Fachwerkbaus entstanden der Mittel- und der Westteil mit ihren charakteristischen Atelierfenstern.
Bauhaus Weimar
Die Schule in Weimar zählt zu den bedeutendsten Kunstschulbauten der Jahrhundertwende und war im Jahr 1919 der Gründungsort des Bauhauses.
Der leicht zurückgesetzte Eingang führt über einen Windfang in das große Vestibül mit dem offenen, ovalen Treppenhaus.
Im Zentrum der ellipsenförmigen, dynamisch aufschwingenden Haupttreppe steht die Figur Eva des Bildhauers Auguste Rodin.
Am Ende der seitlich abzweigenden Korridore liegen nach Norden die Ateliers und auf der Südseite die Nebenräume.
Die Hauptfassade des Gebäudes beeindruckt durch den Kontrast der Wandpfeiler, die jeweils zwei Geschosse zusammenfassen, mit den dazwischenliegenden Glasflächen.
Nur im Mittelteil reichen die Wandpfeiler bis ins dritte Geschoss, in das sich das Mansarddach mit seinen gebogenen Atelierfenstern integriert.
Bauhaus-Universität Weimar
Das Gebäude wird heute von der Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar sowie dem Büro des Universitätspräsidenten genutzt.
Das Gebäude der ehemaligen Kunstschule und heutigen Universität ist seit 1996 UNESCO-Welterbe.












