Frankfurt am Main: Siedlung Bruchfeldstraße

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung:Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann
Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm

1926 – 1927

Gesamtplanung Siedlung: Ernst May, Herbert Boehm; Architekten: Ernst May, Carl-Hermann Rudloff

Bruchfeldstraße, Breubergstraße, Donnersbergstraße, Frankfurt am Main-Niederrad

Siedlung

Die Siedlung Bruchfeldstraße, im Volksmund Zickzackhausen genannt, wurde zwischen 1926 und 1927 in Frankfurt-Niederrad nach Plänen der Architekten Ernst May und Carl-Hermann Rudloff errichtet.

Sie ist eine der ersten fertig­ge­stellten Siedlungen des Neuen Frankfurt und umfasste 643 Wohnungen. Bauherr war die Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen (ABG).

Insgesamt wurden vor allem 2- und 3‑Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 56 bzw. 65 m² in Geschossbauten mit Flachdach in konven­tio­neller Ziegelbauweise errichtet.

Darunter waren auch 49 Reiheneinfamilienhäuser gleichen Grundrisstyps im Westen des Baugebietes nahe der Bahnlinie.

Bei Einzug war von den Mietern ein einma­liger Anteil von 700 bis 1.200 Reichsmark zu zahlen.

Mit Monatsmieten von 48 bis 88 Reichsmark betrug die regel­mäßige Belastung fast die Hälfte eines Arbeiterlohns, so dass die Erstmieter haupt­sächlich Angestellte und Beamte waren.

Die Siedlung wurde auf frei geblie­benen Flächen in das bereits bestehende Stadtviertel eingefügt. Daraus ergaben sich unter­schied­liche Bebauungsformen von der Blockrandbebauung  bis zur Reihenhauszeile.

Bauten

Der größte Teil der Wohnungen ist in Mehrfamilienhäusern errichtet, nur der Bauabschnitt an der Donnersbergstraße besteht aus Einfamilienreihenhäusern.

Der zentrale Wohnblock an der Bruchfeldstraße ist eine klassische Blockrandbebauung mit umschlos­senen Innenhof.

Um den Lichteinfall zu optimieren, ließ man die Baukörper zickzack­förmig verspringen. Dieses markante Fassadenbild gab der Siedlung ihren Namen.

Auf drei Geschossen befanden sich je sechs Wohnungen und im Dachgeschoß unter dem flachen Dach die Speicherräume.

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Gestaltung

Die Sockelflächen der Häuser wurden bis zur Höhe der Fensterstürze im Erdgeschoss mit einem dunklem Kieselwaschputz ausge­führt. Die Fassaden sind ansonsten weiß verputzt und tragen in Höhe der Dachgeschosse farbige Bänder.

Alle Wohnräume und die Dachterrassen waren zum Innenhof ausge­richtet, wo sich das soziale Leben abspielen sollte.

Die im Innenhof liegenden und den Wohnungen zugeord­neten Nutzgärten waren gestaffelt und zickzack­förmig struk­tu­riert. Sie waren nur über das Kellergeschoss erreichbar.

Die Wohnungen im zweiten Obergeschoss hatten keinen eigenen Garten und verfügten statt­dessen über Sonnenterrassen, deren leichte Gerüste aus Eisenstangen erlaubten, Tücher zu spannen und so geschützt vor fremden Blicken Sonnenbäder zu nehmen.

Im Innenhof gab es ein großes Wasserbecken und Spielplätze für die Kinder der Siedlung.

Alle Wohnungen waren mit einer Frankfurter Küche ausgestattet.

Einrichtungen

Die siedlungs­eigene Zentralheizungsanlage für 600 Wohnungen, eine Zentralwäscherei und die siedlungs­eigene Radiostation mussten laut Mietvertrag von den Bewohnern benutzt und bezahlt werden. Sie waren in einem Gebäude unter­ge­bracht, das sich in der Symmetrieachse der Anlage befand.

Die Einrichtung des ebenfalls hier unter­ge­brachten Kindergartens war, wie auch die der meisten anderen Gemeinschaftseinrichtungen der May-Siedlungen, von Ferdinand Kramer gestaltet worden.

Die Einfamilienreihenhäuser an der Donnersberger- und Kalmitstraße unter­scheiden sich in der Höhe und durch rein weiße Fassaden mit plasti­schen, halbkreis­för­migen Windfängen mit Brüstung für je zwei Wohneinheiten.

Die Fassaden hier wurden weiß verputzt, die Fensterrahmen waren in einem satten farbigen Ton lackiert.

Der Wohnhof Zickzackhausen ist in seiner städte­bau­lichen Konzeption als geschlossene autarke Einheit mit Portalbauten und Wasserflächen im Innenhof den Wohnbauten des Roten Wien und Tauts Hufeisensiedlung in Berlin-Britz verpflichtet.

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926-1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Siedlung Bruchfeldstraße, 1926–1927. Planung: Ernst May, Herbert Boehm. Foto: Daniela Christmann

Fazit

Ernst May ist es in der Siedlung Bruchfeldstraße gelungen, seine überaus moderne, zweck­op­ti­mierte Auffassung des Wohnens mit einer ebenso modernen wie identi­täts­stif­tenden  Gestaltung zu verbinden.

Die zickzack­förmige Staffelung der Wohnkuben verlieh der Siedlung einen markanten und wieder­erkenn­baren Charakter.

Details wie die Gestaltung der Wände und Putzflächen durch Farbe und Materialien sowie die Bereitstellung von Dachterrassen und Nutzgärten trugen wesentlich zur Wohnqualität bei.

Eine Identifikation der Bewohner mit ihrer Siedlung lässt sich schon daran erkennen, dass sie der Siedlung bereits in den zwanziger Jahren den Namen Zickzackhausen gaben.

Ein Jahr, nachdem im Oktober 1929 in Frankfurt eine Tagung des CIAM mit dem Thema „Die Wohnung für das Existenzminimum“ statt­ge­funden hatte, zog Ernst May Bilanz. Etwa 12.000 Wohnungen für rund 60 000 Bewohner waren innerhalb von fünf Jahren geschaffen worden.

Der Beginn der Weltwirtschaftskrise machte trotz immer weiterer Optimierung und Typisierung des Bauens eine Weiterführung des Neuen Frankfurt unmöglich. Die Stadt hatte sich immer weiter verschuldet und der politische Druck wuchs.

Nachkriegszeit

May verließ Frankfurt, um von 1930 bis 1934 im Auftrag der Regierung in Moskau in den Industriestädten am Ural Siedlungen zu errichten. Danach emigrierte er nach Afrika, wo er seit den späten dreißiger Jahren wieder als Architekt in Nairobi arbeitete. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm in Hamburg die plane­rische Leitung der Siedlungsgesellschaft Neue Heimat.

Die ersten von Mays Siedlungen in Frankfurt wurden in den 1970er Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Nachdem in den 1980er Jahren erste bauwis­sen­schaft­liche Untersuchungen statt­ge­funden hatten, wurden inzwi­schen einige denkmal­ge­recht saniert.

 

 

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