Potsdam: Einsteinturm

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann
Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

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Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

1919 – 1924

Architekt: Erich Mendelsohn

Albert-Einstein-Straße, Potsdam

Der zwischen 1919 und 1924 nach Plänen des Architekten Erich Mendelsohn errichtete Einsteinturm ist ein Observatorium auf dem Telegrafenberg in Potsdam.

Betreiber des Turmteleskops ist das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam.

Der Einsteinturm wurde im Auftrag der Einstein-Stiftung zur spektralanalytischen Forschung, insbesondere zum Nachweis der Relativitätstheorie, errichtet und 1924 in Betrieb genommen.

Im Inneren des Gebäudes wird das Sonnenlicht durch ein Spiegelsystem bis in den Keller geleitet und dort durch Spektrografen in seine Farbbestandteile zerlegt. Die Verschiebung des Rotspektrums sollte den Beweis für die Allgemeine Relativitätstheorie erbringen. Dieser Nachweis gelang jedoch nicht.

Mithilfe der Spektralanalyse konnten jedoch neue Erkenntnisse über physikalische Prozesse in den äußersten Schichten der Sonne gewonnen werden. So war es beispielsweise möglich, die kosmischen Magnetfelder in den Sonnenflecken zu messen.

Albert Einstein und Erwin Finlay Freundlich

Während Albert Einstein von 1911 bis 1915 an seiner Allgemeinen Relativitätstheorie arbeitete, forderte er die astronomische Fachwelt auf, seine Vorhersagen experimentell zu überprüfen.

Zu den ersten Wissenschaftlern, die sich dieser Aufgabe stellten, gehörte Erwin Finlay Freundlich. Er war Astrophysiker an der Sternwarte in Babelsberg bei Potsdam und kannte Einstein seit 1911.

Seit 1917 plante er in Abstimmung mit Einstein ein Observatorium, das den speziellen Anforderungen genügen würde.

Entwurf

Freundlich unterhielt enge persönliche Kontakte zu dem Architekten Erich Mendelsohn. Er unterrichtete ihn ausführlich über die Entwicklung der Allgemeinen Relativitätstheorie und weckte sein Interesse für den Entwurf des Observatoriums.

Der Bau des Einsteinturms wurde mittels eines 1919 in allen deutschen Tageszeitungen erschienenen Spendenaufrufs finanziert, der auf die angespannte Finanzlage der deutschen Forschung hingewiesen hatte.

Bereits ein Jahr nach dem Aufruf war ein großer Teil der benötigten 500.000 Reichsmark gestiftet. Mit diesem Grundstock der Einstein-Spende der deutschen Industrie konnte der preußische Staat von der Notwendigkeit des Baus überzeugt werden.

Die ersten konkreten Entwürfe von Erich Mendelsohn entstanden 1919, die Bauzeit zog sich bis ins Jahr 1922 und die Installation der wissenschaftlichen Geräte war erst 1924 beendet.

Am 6. Dezember 1924 nahm das Institut offiziell seinen Betrieb auf. Einstein selbst leitete im Arbeitsraum des Observatoriums die erste Sitzung des Kuratoriums. Noch im selben Jahr wurde die Bezeichnung „Einsteinturm” allgemein üblich.

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn

Bauweise

Mendelssohn errichtete das Observatorium in Mischbauweise. Der Kuppelkranz, die Außenwände der Anbauten, die Terrasse und die Terrassentreppe sind aus Beton gefertigt.

Der Turm selbst sowie die Dächer über den Anbauten bestehen aus Ziegelmauerwerk.

Erst nachdem das Bauwerk mit einem feinkörnigen Spritzputz überzogen war, entstand der gewünschte Eindruck eines homogenen Betonbaus.

Bereits kurz nach seiner Fertigstellung offenbarte der Bau zahlreiche Mängel.

Das Problem bestand im Wesentlichen darin, dass der Bau aus Ziegelstein ausgeführt und anschließend mit einer dünnen Außenhaut aus Zementputz überzogen wurde.

Schon bald bildeten sich zahlreiche Risse.

Sanierung

Anfang der 1990er Jahre schien die Existenz des Gebäudes bedroht.

Nach umfangreichen Untersuchungen und Kartierungen der Schadensstellen erfolgte von 1997 bis 1999 die bis dahin gründlichste Sanierung. Dabei wurde darauf geachtet, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten.

Auch wenn sich dadurch der Zeitraum bis zur nächsten Instandsetzung verlängerte, musste der Einsteinturm von 2021 bis 2023 wieder saniert werden, da erneut Risse in der Fassade entstanden waren. Neben der Reparatur der Fassade waren auch die Abdichtung der Fensterbrüstungen, die Ertüchtigung der Dächer und der Kuppel sowie die Instandsetzung der Terrasse mit ihrer Brüstung und der Außenanlagen erforderlich.

Richard Neutra

Der Architekt Richard Neutra, der zu dieser Zeit bei Mendelsohn angestellt war, entwarf die Außenanlagen rund um den Turm.

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

Einsteinturm, 1919-1924. Architekt: Erich Mendelsohn. Foto: Daniela Christmann

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