Giengen an der Brenz: Steiff Spielwarenfabrik

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann
Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

1903 – 1908

Entwurf: Richard Steiff

Margarethe-Steiff-Platz, Giengen an der Brenz

Die Steiff-Fabrikhallen wurden ab 1903 in mehreren Bauabschnitten von der Margarethe Steiff GmbH in Giengen an der Brenz errichtet.

Bauherrin der Hallen war war die Firmengründerin Margarete Steiff. Sie saß wegen einer Kinderlähmung seit ihrer Kinderheit im Rollstuhl. 1877 eröffnete sie nach dem Besuch einer Nähschule gemeinsam mit ihrer Schwester ein Ladengeschäft. Dort fertigte und verkaufte sie zunächst Nadelkissen, später Spieltiere aus Filz.

1893 wurde die Firma ins Handelsregister einge­tragen, ein Katalog erschien und Steiff-Spielwaren wurden auf der Leipziger Messe präsen­tiert.

1889 wurde an der Südwestecke der Giengener Stadtbefestigung ein Fabrikationsbau mit Laden errichtet, der 1900 durch einen weiteren Bau vergrößert wurde.

Um 1900 brachten die Neffen Margarete Steiffs durch ihren Eintritt neuen Schwung in das Unternehmen. 1903 wurde der beliebte Teddy-Bär entwi­ckelt, statt Filz verar­beitete man nun einen pelzar­tigen Mohairplüsch.

Die stetig wachsende Nachfrage erfor­derte grüßere, produkti­ons­ge­rechte und helle Gebäude. 

Der ursprünglich inmitten von Obstbaumwiesen 1903 erstellte sogenannte Ostbau gilt als Pionierbau der gesamten Fabrikanlage.

Im Volksmund war die Halle als Jungfrauenaquarium bekannt, da hier vorwiegend unver­hei­ratete Näherinnen beschäftigt waren.

Das Fassadensystem des Steiff-Fabrikgebäudes ist die wohl früheste Version einer Vorhangfassade im Fabrikbau in Deutschland.

Die Glashaut des Gebäudes ist vom Sockel bis zum Gesims durch­gehend ausge­bildet, dem Tragesystem vorge­hängt und um die Ecken geführt. Damit Margarete Steiff die Produktion im oberen Stockwerk erreichen konnte, verfügte die Halle über eine außen­lie­gende Rampe, um mit einem Rollstuhl hinauf­fahren zu können.

Ostbau, 1903. Foto: Firmenarchiv Steiff

Ostbau, 1903. Foto: Firmenarchiv Steiff

Der Entwurf wird dem Neffen der Firmengründerin, Richard Steiff, zugeschrieben, der ein Studium an der Kunstgewerbeschule Stuttgart absol­viert hatte und während eines längeren England-Aufenthaltes im Jahr 1897 die Konstruktion des Crystal Palace in London studieren konnte.

Im Februar 1903 wurde der Bauantrag für die gläserne Fabrikhalle von der Eisenwerk München AG beim Stadtbauamt Giengen eingereicht. 

Die im Glas-und Eisenbau erfahrene Firma, die unter anderem für die Halle des Passionstheaters Oberammergau und die Glasüberdachungen für das Warenhaus Hermann Tietz verant­wortlich zeichnete, hatte ein Angebot für das Gebäude erstellt und den Zuschlag erhalten.

Die Fabrikhalle ist ein dreischif­figer und fünfjochiger Stahlskelettbau über einer 30 x 12 m großen Grundfläche.

Die Scheibenwirkung wird durch das als Rahmen ausge­bildete Eckständerprofil sowie durch einen zwischen die Fußpunkte einge­brachten, anschließend einbe­to­nierten Fachwerkträger erreicht. Im Innern wird das Gebäude durch feingliedrige Stützen, bestehend aus u‑förmigen Profilen mit Stegverbindungen, unter­teilt.

Die gläserne Außenwand ist zweischalig konstruiert. Die äußere Verglasung läuft als ununter­bro­chene Fläche vom Sockel bis zum Dachgesims. Die innere Verglasung ist jeweils geschoßhoch ausgebildet.

Die Tragelemente, die zwischen den Glasflächen liegen, wie Stützen oder Deckenträger bleiben nach außen ebenso sichtbar wie die Verbindungsteile und Abstandshalter.

Die nichtra­gende Außenhaut der Steiff-Hallen ist ein frühes Beispiel der Vorhangfassade, die in den zwanziger Jahren zum Aushängeschild moderner Architektur beispiels­weise im Faguswerk oder im Bauhausgebäude Dessau wird.

Durch den Erfolg des Teddybärs verviel­fachte sich die Produktion in den Jahren 1903 bis 1907. 

Im Jahr 1907 produ­ziert Steiff 1,7 Millionen Spielartikel und über 970.000 Teddybären, was den Bau weiterer Fabrika­ti­ons­ge­bäude erforderte.

Nach dem Vorbild des Ostbaus entstand bereits 1904 der sogenannte Südbau.

Die äußere Gestaltung entsprach dem ersten Gebäude. Lediglich die Stahlkonstruktion wurde durch eine vor Ort leichter herzu­stel­lende, genagelte Holzkonstruktion ersetzt. 

1908 wurde ein weiterer Baukörper parallel zum Südbau erstellt.

Die Verbindung zwischen beiden Bauten erfolgte durch hölzerne, offene Stege. Später wurden diese durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt.

Die drei in den maßgeb­lichen Teilen original erhal­tenen Glasbauten stehen unter Denkmalschutz.

In den Anfangsjahren bestrich man die Glasflächen der Bauten im Sommer mit Kalkfarben um ein Aufheizen der Innenräume zu verhindern. Im Herbst wusch man die Farbe wieder ab.

1980 eröffnete im Ostbau das erste Steiff-Museum, das 2005 in einen Neubau umzog.

2011 erfolgte die Sanierung der Gebäude des Areals. 2018 wurden alle Fabrikdächer erneuert.

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903-1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

Steiff-Fabrikhallen, 1903–1908. Entwurf: Richard Steiff. Foto: Daniela Christmann

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.