München: Anatomie

Anatomische Anstalt der Ludwig-Maximilians-Universität, 1905-1907. Architekt: Max Littmann ©Daniela Christmann
Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Grundriss Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann

Grundriss Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann

1905 – 1907

Architekt: Max Littmann

Pettenkoferstraße 11, München

Die Königliche Anatomie München wurde von 1905 bis 1907 als Neue Anatomische Anstalt nach Plänen des Architekten Max Littmann errichtet.

Stahlbeton

Bereits zu ihrer Entstehungszeit galt sie aufgrund ihrer funktionale Konzeption, ihrer technischen Ausstattung und der Verwendung von Eisenbeton als einzigartig.

Das gesamte Gebäude ist in Eisenbeton ausgeführt, was in diesem Ausmaß an der Außenfassade noch nie zuvor gewagt worden war.

Den Zeitgenossen erschien es daher, wie in einem Bericht der Süddeutschen Bauzeitung aus dem Jahr 1908 ausgeführt, als wäre es aus einem wie Stück Beton geformt:

„… die Wände glatt und ruhig in dem feinen und matten Grau des Betons; fast ihr einziger Schmuck besteht in den aus der Konstruktion des Eisengerippes sich ergebenden Linien, die auch im Innern die einfache Gliederung der Wände bestimmen.” …

In solchem Umfang ist die Anwendung des Materials Eisenbeton bei uns in der Architektur noch nicht gewagt worden. Man kann sagen, das ganze Hauptgebäude ist eigentlich aus einem Stück Beton.

Die klare Entwicklung der Formen muss auch demjenigen sofort plausibel werden, der den Zweck noch gar nicht kennt – so organisch wirkt das Ganze.“

Konstruktion

Dieser Bau ist in der deutschen Vorkriegsarchitektur einzigartig und muss als richtungsweisendes Beispiel für ein Gebäude gewürdigt werden, dessen Grundriss und Aufriss aus der Funktion neu entwickelt wurden.

Die unregelmäßige Dreiflügelanlage mit zentraler Kuppel zählt aufgrund der Verwendung von Sichtbeton für Fassaden, Wände, Decken und Außenanlagen zu den Hauptwerken der beginnenden Moderne und ist gleichzeitig eines der ersten großen Stahlbetonbauwerke Deutschlands.

Bauwerk

Die Neue Anatomische Anstalt ist der Nachfolgebau der von Leo von Klenze zwischen 1824 und 1825 erbauten Anatomie. Letztere wurde nach Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Das Gebäude besteht aus einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Mittelbau mit einer Länge von zirka neunzig Metern.

An seinen Enden schließen der Westflügel mit einer Länge von einundvierzig Metern und der Ostflügel mit einer Länge von fünfzig Metern in Nord-Süd-Richtung an.

Gliederung

Der Bau gliedert sich in ein Kellergeschoss, ein Sockelgeschoss und drei Obergeschosse und erreicht eine Gesamthöhe von rund 27 Metern.

Der zentral angeordnete, über zwei Geschosse reichende und halbkreisförmige Präpariersaal ist als Unterrichtsraum gestaltet. Er verfügt über fünf rosettenförmig und offen anschließende Apsidenräume, die den Studierenden als Arbeitsräume dienen.

Jede Apside ist mit acht Fenstern aufgeglast und durch ein Oberlicht beleuchtet.

Kuppel

Die Kuppel über dem Mikroskopiersaal hat einen Durchmesser von etwa 22 Metern, eine Schalenstärke von 10 cm und ist eine der ersten Kuppelkonstruktionen aus Eisenbeton in Deutschland.

Der Bau befand sich auch in beleuchtungs- und haustechnischer Hinsicht auf dem damals modernsten Stand der Technik. Vier getrennte Heizungs- und Lüftungssysteme versorgten die verschiedenen Räumlichkeiten.

Zu den weiteren Räumen in der Anatomie zählen der von Littmann in Form eines Amphitheaters gestaltete Hörsaal, die anatomische Sammlung, die Bibliothek, die Treppenhalle, die Laboratorien und die Arbeitszimmer.

Das Gebäude hat den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Zerstörungen überstanden.

Denkmalschutz und Sanierung

Die denkmalgeschützte Anlage wird heute noch als Anatomie von der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München genutzt.

Von 2004 bis 2006 wurde der Westflügel durch einen nach Süden gerichteten Erweiterungsbau ergänzt. 2014 wurde das Gebäude umfassend saniert.

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

Anatomie, 1905-1907. Architekt: Max Littmann. Foto: Daniela Christmann

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