1928 – 1929
Architekten: Hans und Fritz Seeberger
Bismarckstraße 63, Kaiserslautern
Die Gelöbniskirche Maria Schutz ist eine römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche sowie eine Klosterkirche der Minoriten in Kaiserslautern.
Sie wurde von 1928 bis 1929 nach Plänen des Architekten Hans Seeberger (1864-1928) errichtet.
Die heutige Gestalt entspricht dem Wiederaufbau nach 1945, der nach Plänen von Fritz Seeberger (1890-1962), dem Sohn von Hans Seeberger, erfolgte.
Historischer Hintergrund
Anlass für den Bau war ein Gelübde, das Bischof Michael von Faulhaber beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 2. August 1914 ablegte.
Er versprach, eine Kirche zu Ehren Maria Schutz zu errichten, falls die Pfalz vor schweren Zerstörungen verschont bliebe.
Faulhabers Nachfolger, Ludwig Sebastian, erfüllte dieses Versprechen mithilfe zahlreicher Spenden aus der Diözese.
Der erste Spatenstich erfolgte am 18. März 1928.
Der Grundstein für die Kirche wurde am 10. Juni 1928 gelegt.
Die Kirche konnte am 20. Oktober 1929 geweiht werden und wurde von den Minoriten betreut.
Zuvor waren 1926/27 auf dem vom Kirchenbauverein Sankt Antonius für Kirche und Kloster erworbenen Grundstück zunächst die Konventsgebäude der Minoriten errichtet worden.
Mit den Erd-, Maurer- und Betonarbeiten wurde die Firma Peter Geiger beauftragt.
Die Steinmetzarbeiten führte das Baugeschäft und der Steinbruchbetrieb Karl Kröckel aus Kaiserslautern aus.

Maria Schutz, 1928-1929. Architekt: Hans Seeberger. Innenansicht der Kirche am Weihetag 1929
Bauwerk
Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit einer Doppelturmfassade aus Back- und Sandstein.
Eng gestellte, schlitzartige Blendbögen gliedern die Turmfassaden. Die ursprünglich vorhandenen spitzen Turmhelme wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und durch flache Pyramidendächer ersetzt.
Die Skulpturen des Erzengels Michael, der heiligen Maria und des heiligen Ludwig über dem Portal stammen von dem Bildhauer Simon Höpfel.
Inneres
Das Langhaus ist im Inneren flach gedeckt. Die heutige Kassettendecke wurde erst nach dem Krieg eingefügt.
Der flach gedeckte Innenraum ist durch niedrige, spitzbogige Pfeilerarkaden ohne Basis und Kapitell gegliedert. Diese trennen das Hauptschiff von den Seitenschiffen und finden sich auch in den Seitenschiffen und an den Außenwänden wieder.
Schmale, spitzbogige Lanzettfenster belichten das Mittelschiff.
Der Chor liegt hinter einer vom Boden bis zur Decke reichenden Arkade und ist mit einem Spitztonnengewölbe gedeckt.
Schutzmantelmadonna
Die Apsis mit ihren vom Boden aufsteigenden, expressiven Spitzbögen umrahmt die Darstellung einer Schutzmantelmadonna.
Unter dem Mantel Marias sind rechts und links die Bischöfe Michael von Faulhaber mit einer Ansicht des Doms zu Speyer sowie Ludwig Sebastian mit einer Ansicht von Maria Schutz zu erkennen.
Die Darstellung der Schutzmantelmadonna wurde vom Kirchenmaler Paul Thalheimer aus München geschaffen.
An der Südseite öffnet sich der Chor mit Arkaden und einer Empore im Obergeschoss zum angrenzenden Klosterbereich.
Unter dem Chor liegt eine Krypta.
Seitlich vom Hochaltar befindet sich die Kapelle des heiligen Antonius von Padua. Im Erdgeschoss des Nordturms liegt die Taufkapelle und im Erdgeschoss des Südturms die Pietà-Kapelle.
Kolumbarium und Sanierung
Während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1944 erlitt die Kirche schwere Beschädigungen.
Kirche, Sakristei und das dazugehörige Kloster brannten nach zahlreichen Bombentreffern aus. Lediglich der Hochaltarraum und die Krypta blieben verschont.
Bereits in den Jahren 1947 bis 1948 begann man nach Plänen von Fritz Seeberger mit der Wiederherstellung.
Im Zuge dessen erhielt die Kirche neue Seitenaltäre und eine farbig gefasste Kassettendecke aus Holz.
Sanierung
Unter der Leitung des Architekten Hans-Joachim Klostermann erfolgte 1997 eine umfassende Sanierung der Kirche.
Dabei wurden schadhafte Steine an der Fassade ersetzt und die restlichen Steine neu verfugt. Zudem wurde das Schieferdach erneuert, der Dachbodenbereich wärmeisoliert und die beiden Türme begehbar gemacht.
Im Jahr 1998 folgte die Renovierung des Innenraums der Kirche.
Neugestaltung
Der Kreuzgang wurde mit Fenstern, die nach Entwürfen von Ludwig Schaffrath gestaltet wurden, neu ausgestattet. Dieser entwarf auch die Fenster für den Chorraum und die Krypta.
Elmar Hillebrand entwarf den Versus-Populum-Altar, den Ambo und vier Kerzenleuchter, die den Altar umrahmen.
Die Außen- und Innenrenovierung wurde im Dezember 2000 abgeschlossen.
Kolumbarium
Im Dezember 2021 erhielt die Kirche ein Kolumbarium.
Im Rahmen eines Pontifikalamts wurden die neuen Urnenwände gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben.
Zuvor erfolgte in einer sechsmonatigen Umbauphase die Sanierung und Neugestaltung des Gottesdienstraums.
Die Pläne hierfür entwarf das Architekturbüro Bayer und Uhrig aus Kaiserslautern in Abstimmung mit der Pfarrgemeinde Maria Schutz.
Das Kolumbarium befindet sich in den beiden flach gedeckten Seitenschiffen. Insgesamt können die zehn Kapellen 1.320 Urnenkammern aufnehmen.













