Erfurt: Grabmal Carl Schmidt

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela ChristmannGrabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann
Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

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Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

1920 – 1921

Entwurf: Hans Walther

Hauptfriedhof, Binderslebener Landstraße 75, Erfurt

Das Grabmal für die Familie des Blumenzüchters und Gärtners Carl Schmidt auf dem Hauptfriedhof in Erfurt wurde in den Jahren 1920 bis 1921 nach einem Entwurf des Bildhauers Hans Walther errichtet.

Die Erfurter Handelsgärtnerei Haage & Schmidt gehörte bereits im 19. Jahrhundert zu den größten Gärtnereien in Europa.

1898 hatte Carl Schmidt (1848–1919), der aus Schleusingen in Thüringen stammte, den Betrieb als Alleininhaber übernommen und bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sehr erfolg­reich geführt und erweitert.

Am 26. Februar 1919 verstarb er kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag. Zwei Jahre später starb auch sein Sohn Curt (1882–1921) mit nur achtund­dreißig Jahren.

Das Grabmal für Vater und Sohn besteht aus sieben einander zugeneigten, sich verzwei­genden Pfeilern aus schle­si­scher Basaltlava.

Unter dieser angedeu­teten Kuppel liegt im Innern, auf schräg überein­ander gestaf­felten Platten eine stili­sierte Figur aus Haustein.

Die Gestaltung des Grabmals ähnelt dem ein Jahr später errich­teten Erbbegräbnis Wissinger von Max Taut und Rudolf Belling auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin.

Der Bildhauer Hans Walther war der Sohn des Steinmetz Carl Walther aus Apolda, der Grabdenkmale herstellte.

Nachdem die Familie 1896 nach Erfurt übersiedelt war, richtete der Vater dort eine neue Werkstätte ein, die florierte und bald den Bau eines eigenen Hauses ermöglichte.

Nach dem Besuch des Gymnasiums begann Hans 1908 an der Großherzoglichen Kunstschule Weimar ein Studium bei Adolf Brütt. Bald danach wechselte er nach Berlin, wo er bei Hugo Lederer weiter lernte.

Bei einem Studienaufenthalt in Paris traf er mit Auguste Rodin zusammen. Auf Vorschlag von Max Klinger wurde er 1910 in den Deutschen Künstlerbund aufgenommen.

In Berlin kam Walther mit den führenden Malern des Expressionismus wie Christian Rohlfs, Max Pechstein, Paul Klee und Lyonel Feininger sowie den Architekten Hans Scharoun und den Gebrüder Taut in Kontakt.

Die trauma­ti­schen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg formten ihn in seinem Weltbild und in seiner Kunstauffassung.

In der NS-Zeit wurden zahlreiche seiner Grabdenkmale auf dem Erfurter Hauptfriedhof als sogenannte Entartete Kunst beseitigt oder verstümmelt.

Grabsteine in kristal­linen, expres­sio­nis­ti­schen Formen wurden dagegen verschont und so haben sich fünf Denkmale auf dem Neuen jüdischen Friedhof ebenso wie das hier gezeigte Grabmal erhalten.

1930 gestaltete Hans Walther in Erfurt die Figuren am Portal der Sparkasse am Anger, 1935 die Schauseite der neuen Sparkasse am Fischmarkt.

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920-1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

Grabmal Carl Schmidt, 1920–1921. Entwurf: Hans Walther. Foto: Daniela Christmann

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